Salsa
- was ist das überhaupt? ( Kurzform )
Salsa wurde Ende der 60er Jahre im New Yorker "barrio latino" (Spanish
Harlem) erfunden. Immigranten aus Puerto Rico, Cuba, Kolumbien
und anderen Staaten suchten nach einer Gemeinsamkeit in der Musik
und Kultur.
Grundlage hierfür bildete der Cubanische Son. Vermischt
(Salsa = Sauce) wurde der Son mit anderen musikalischen Elementen
Lateinamerikas, aber auch mit Jazz oder Rock. So entstand die
heiße SALSA , die von da an die ganze Welt eroberte
und heute überall die Menschen begeistert.
Salsa (
Long Version, für diejenigen die es ganz genau wissen
wollen )
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Salsa |
| Art |
Paartanz, Gesellschaftstanz |
| Musik |
Salsa |
| Taktart |
4/4-Takt |
| Geschwindigkeit |
44 - 62 TPM |
| Herkunft |
New York |
| Entstehungszeit |
Ende der 60er Jahre |
Salsa ist ein moderner Gesellschaftstanz mit Ursprung in den
USA (New York) und Lateinamerika, der meist als Paartanz getanzt
wird, aber auch als Formationstanz (siehe unten Rueda de Casino)
auftritt
Entstehungsgeschichte
Wie die Salsa-Musik selbst
ist auch der dazugehörige Tanz das Ergebnis einer Fusion afrokaribischer
und europäischer Tanzstile. Die Ursprünge stammen aus dem
englischen Contredanse/Contredance (franz. für: country dance ,
span.: Contradanza ) des 17. Jahrhunderts. In vielen Figuren
steht das Paar sich dort in der Standard-Position der Gesellschaftstänze
gegenüber, in der die Frau ihre linke Hand auf die Schulter des
Mannes legt, der Mann mit seiner rechten Hand ihre Hüfte umfasst
und die freien Hände sich in der Luft treffen. Der Contredanse
war ein Gruppentanz. Wie im Square Dance gab es einen "Caller", der
den Paaren im Saal die zu tanzenden Figuren zurief. Die meisten Figuren
umfassten zwei 4/4-Takte zu 8 Schlägen. Der "Caller" konnte sich
im Laufe eines Stückes aber auch zurückziehen und die Paare
sich selbst und der Musik überlassen. Ende des 19. Jahrhunderts
individualisierte sich der Tanz zum Paartanz im Danzòn.
Die französischen und spanischen Kolonialherren führten ihre
Tänze in die Karibik ein. Hispanola war ab dem 18. Jahrhundert
eine in zwei Teile geteilte Insel: Saint Domingue Francés (heute:
Haiti) im Westen und Santo Domingo Espanol heute: Dominikanische
Republik) im Osten. Französische Siedler und ihre Sklaven flohen
zunehmend vor den anhaltenden Unruhen und Grenzübergriffen auf
den östlichen
Teil Kubas und brachten ihre Tänze und ihre Musik mit. Dort kam
es dann zu Vermischungen mit afrikanischen Trommel- und Tanztraditionen.
Im Gegensatz zu spanischen Sklaven besaßen die französischen
wesentlich mehr Freiheit zur Wahrung ihres kulturellen und religiösen
Erbes. Diese Traditionen spielten insbesondere bei religiösen Feierlichkeiten
eine gewichtige Rolle. Musik wurde hier verstanden als Gemeinschaftserlebnis,
an dem verschiedene Gruppen partizipierten. Einige Trommler spielten
einen sich immer wiederholenden Rhythmus, während andere eigene
Rhythmen untermischten, die mit den jeweiligen Gottheiten identifiziert
wurden. Diese Rhythmen konnten sehr komplex sein und wurden im
Laufe der Session immer weiter synkopiert und variiert, so dass die
Gefahr bestand, sich zu verlieren. Aus diesem Grunde spielte ein Vortrommler
die Clave einen
Grundrhythmus, an dem sich alle anderen orientieren. Solange die Clave
erklang, waren alle Trommler trotz ihrer Polyrhythmik synchron.
Die Zuschauer, die keine Trommeln hatten, blieben indes nicht untätig.
Sie unterstützten die Rhythmen durch Stampfen der Füße
auf den Boden oder Klatschen der Hände. Wer nicht stampfte oder
klatschte, ging die Rhythmen mit dem Körper nach: durch Bewegungen
mit Schultern, Oberkörper, Hüften, Knien, usw. Solche Trommel-
und Tanzelemente fanden nun Eingang in den Gesellschaftstanz. Sie wurden
von der elitären Oberschicht in Kuba jedoch immer mit Misstrauen
betrachtet: zu viel afrikanische Bewegungen im Tanz galten als niedere
Tanzform der unteren Klassen. Der Danzòn hat sich mit seinen
ruhigen und ausdrucksvollen Bewegungen bis in die Gegenwart erfolgreich
dagegen gewehrt und auch im kubanischen Son unterscheidet man zwischen
dem städtisch-eleganten Urbano, wo der Mann oft nur stehen bleibt
und die Frau um sich herumführt, und dem ländlichen Montuno
mit viel Arm- und Oberkörperbewegung.
Neben dem religösen Bezug hatte der Tanz immer auch eine wichtige
Funktion zum Finden eines geeigneten Partners und zur Eroberung einer
Frau. Der kubanische Guaguancóoder die kolumbianische Cumbia
sind Werbetänze. Der Tanz bekommt so eine erotische Note: die Paare
präsentieren sich im Tanz, oft mit viel Selbstdarstellung des Mannes.
Sinnlichkeit im Tanz bedeutet dabei nicht unbedingt engen Körperkontakt
- die Partner umkreisen sich in vielen karibischen Tänzen ohne
sich zu berühren. So wird die Salsa auf dem Festland fast ausschließlich
offen getanzt, wobei der Mann die Frau meistens mit nur einer Hand führt.
Während der Drehungen umkreist er gleichzeitig die Frau, was dem
Tanz den runden tänzerischen Charakter verleiht.
Tanzstile
Als die Salsa in den 70er-Jahren in New York zunehmend populärer
wurde, bildete sich passend zur neuen Musik auch ein eigener Tanzstil:
der New York Style,
bestimmt durch die kubanische und puerto-ricanische Schule und angereichert
durch eine Vielzahl anderer Tanzschulelemente. Ende der 80er-Jahre hatte
er auch die Westküste der USA erreicht und manifestierte sich dort
als L.A. Style .
Im Grunde unterscheiden sich die einzelnen Stile und Schulen nicht gravierend;
wer einen dieser Tanzstile beherrscht, kann problemlos auch mit Tanzpartnern
aus anderen Schulen tanzen. Allen diesen Stilen gemeinsam ist der Grundschritt
und die Basisdrehung des Cross Body Lead. Auf dem lateinamerikanischen
Festland stand die Salsa dagegen unter einem anderen Einfluss: der Cumbia
Colombiana. Von Kolumbien aus verbreitete sich dieser von der Cumbia
bestimmte Tanzstil in ganz Lateinamerika hoch bis in die Südstaaten
der USA, wo er dementsprechend Cumbia Style genannt wurde.
New York Style
Der New York Style als Symbiose aus puerto-ricanischem und kubanischem
Tanz spiegelt alle tänzerischen Elemente der beiden Länder
wieder, insbesondere den städtisch-eleganten Urbano in Havanna.
Er zeichnet sich durch seine Geradlinigkeit sowie die Verwendung von
Schritttechniken und leichten Showfiguren aus (z.B. Fallfiguren). Im
Gegensatz zum L.A.-Style wird der New York Style -insbesondere von Profis-
häufig "on 2" getanzt. Der New York Style lässt sich weiter
unterscheiden in die beiden Stilrichtungen Salsa Nightclub Style, der
von Eddie Torres entwickelt wurde und dem Salsa Palladium Style. Beide
werden mit dem Ausfallschritt auf Zwei ("on 2") getanzt, aber die Schritte
im Nightclub Style werden auf 1,2,3 und 5,6,7 gesetzt während im
Palladium Style die Schritte auf 2,3,4 und 6,7,8 gesetzt werden.
Puerto Rican Style
Der Puerto Rican Style wird span. auch "salsa puertoriquena" genannt.
Grundschritt und Tanzfiguren entsprechen dem New York Style, er wird
insgesamt aber offener getanzt. Die Partner präsentieren sich hier
voreinander wirkungsvoll durch ausgefeilte Schrittkombinationen. Puerto-ricanische
Tänzer tanzen weniger punktsymmetrisch und brauchen bei ihren Figuren
oft mehr Platz/p>
Los Angeles Style
Der Los Angeles Style wird häufig als "L.A. Style" abgekürzt
und wird immer "on 1" getanzt. Zu den Anfangszeiten des L.A. Styles
beinhaltete er viele choreographische Elemente und Showfiguren aus der
klassischen Tanzschule, die ihn bekannt machten und ihn dadurch insbesondere
bei Wettbewerben und Tanzturnieren auch heute noch in dieser Weise beliebt
machen.
Inzwischen hat sich der L.A. Style in Richtung "social Dance" gewandelt,
da er auch innerhalb der Szene beliebt geworden ist und auf Salsapartys
getanzt wird. Deshalb haben sich heutzutage im Los Angeles Style führbare
Elemente zugunsten von choreographischen durchgesetzt.
Cuban Style
Der Cuban Style, auch "Casino" oder "De la calle" genannt, wird ursprünglich "on
3" und "on 2", in westlichen Regionen meistens aber "on 1" getanzt.
Im Gegensatz zu den bisher genannten Stilen ist der Cuban Style kreisförmig
ausgerichtet; darüber hinaus bestimmen Wickelfiguren und die dominante
Führung das Tanzbild.2
Cumbia Style
Diese auch "Latino Style" oder "Colombian Style" genannte Stilrichtung
basiert auf der kolumbianischen Cumbia und unterscheidet sich daher
erheblich von den oben genannten Formen. Charakteristisch sind die offene
Tanzhaltung, das Führen mit nur einer Hand und das kreisförmige
Tanzen der Partner.
Mambo Style
Eine Variante des "New York Style" präsentierte 1987 Eddie Torres,
ein Tanzlehrer und Choreograph aus New York puerto-ricanischer
Abstammung und selbsternannter "Mambo King". Er verwies darauf, dass
die Salsa eigentlich vom Mambo abstamme
und forderte daher, dass man den Grundschritt gleich wie im Mambo
auf dem zweiten Schlag beginnen sollte. Sein Tanzstil wurde dementsprechend
auch "Mambo Style" genannt und fand insbesondere in den 90er-Jahren
viel Beachtung. Die Faszination beruht auf einem neuen Rhythmusgefühl
beim Tanzen. Eddie Torres selbst nannte seinen Stil dagegen "Nightclub
Style". Der Nightclub Style ist der typischte New York Style und wird
weltweit von vielen Lehrern in der Tradition von Eddie Torries
unterrichtet. Eine Ãobersicht von New Yorker Lehrern, die den
Nightclub Style unterrichten findet sich auf www.SalsaNewYork.com .
Der "Palladium-Style" wird zur Zeit z.B. von der Razz'm'tazz Dance
Company aus New York unterrichtet.
Rueda de Casino
Darüber hinaus gibt es noch die Rueda, eine Art Kreistanz. Hier
finden sich mehrere Paare in einer kreisförmigen Formation zusammen
(Rueda= span. Rad) und tanzen auf Anweisung eines Sängers (Cantante)
synchron miteinander. Vor allem der Einsatz von Spaßelementen
wie Partnerwechsel, lauten Ausrufen oder sexuell anzüglichen Figuren
macht diese Tanzform recht beliebt. Auch die Rueda de Casino unterscheidet
sich inCuban Style und New York Style. Unterschiedliche Kommandos können
dabei für Verwirrung sorgen. International setzt sich daher zunehmend
der Miami Style durch, der die verschiedenen Kommandos und die Tanzfiguren
vereinheitlicht.
Eine umfangreiche Liste von Rueda-Figuren gibt es im Wikibook.
Technik
Der New York
Style Basic "on 1". Dieser Grundschritt kann mit leichten Anpassungen
in allen Stilen verwendet werden
Salsa weist im Gegensatz zu vielen anderen Tänzen keinen einheitlichen
Grundschritt auf, wohl darf aber der Vorwärts-Rückwärts
Grundschritt auf 1 als der allgemein anerkannteste Grundschritt gelten.
Salsa wird im 4/4-Takt getanzt. Der Grundschritt beginnt auf dem ersten
Schlag des Taktes und erstreckt sich über zwei Takte, wobei der
Herr im ersten Takt drei Schritte nach vorne tanzt und anschließend
drei Schritte nach hinten. Charakteristisch ist eine Pause auf dem jeweils
vierten Schlag eines Taktes. Damit spiegelt der Grundschritt den besonderen
Salsa-Rhythmus wider: zusammen mit dem Gesang und den Instrumenten wird
ein Takt mit dem ersten Schlag begonnen, die Pause jedoch legt die Betonung
zusammen mit der Perkussion auf den vierten Schlag.
Statt der Pause ist es auch üblich den 3. Schritt langsamer zu
tanzen, so dass sich der 3. Schritt über zwei Schläge des
Takes erstreckt. Die Dynamik ist dann statt "Schritt, Schritt, Schritt,
Pause", dann "quick, quick, slow".
Alternativ dazu kann der Grundschritt von den Partnern auch gegeneinander
getanzt werden, indem sie beide gleichzeitig nach vorne tanzen und sich
mit der linken Hand (bzw. der rechten Hand der Frau) wieder zurückstoßen.
Auf dem lateinamerikanischen Festland wird dieser Grundschritt kaum
verwendet. Die Partner tanzen überwiegend offen in seitlichen Laterales,
einem gekreuzten Rückschritt. Ein geschlossener Grundschritt besteht
hier z.B. aus einer gemeinsamen halben Linksdrehung beider Partner und
anschließend drei Laterales Schritten nach hinten.
Tap
Tap (engl.: (leicht) klopfen od. pochen) bezeichnet beim Tanzen einen
Schritt, bei dem der Fuß unbelastet aufgesetzt wird. Manche Salsa-Tänzer
setzen einen Tap auf den vierten Schlag des Taktes in die Pause hinein.
Dies dient zur Akzentuierung des Rhythmus: Der Tap wird nicht gerade
auf den vierten Schlag gesetzt, sondern ein Stück nach hinten verschoben
(auf die 4 und). Salsa-Tänzer synkopieren damit den Rhythmus gleichwie
die Perkussion und empfinden somit tänzerisch das besondere Salsa-Feeling
nach. Im Allgemeinen ist dies jedoch nicht notwendig: statt eines Taps
wird der vierte Schlag üblicherweise mit einem Hüftschwung
angedeutet und die Pause leicht verzögert. Der vierte Schlag eines
Salsa-Taktes ist damit immer ein kleines Stückchen länger
als die ersten drei Schläge.
Shines, Pasos und Brincos
Shines (von engl. glänzen oder (Schuhe) polieren), auch pasos (span.
Schritte) genannt, bezeichnen in der Salsa Schrittkombinationen, die
ohne Partner getanzt werden. Shines dienen der Selbstdarstellung der
Partner und können sowohl als verspielte Improvisationen als auch
als kunstvoll choreographierte Fußtechniken ausgeführt werden.
Auf dem Festland werden manchmal kleine Sprünge eingeflochten,
die sogenannten brincos (span. Sprünge, Hopser). Das gemeinsame
Tanzen von Shines dient darüber hinaus als Aufwärmtraining
und bildet die Basis der Salsa Aerobic.
Organisation
Salsa wird nach wie vor als Straßentanz gehandelt,
d.h. im Gegensatz zu den Tänzen des Welttanzprogramms gibt es keine
offiziellen Organe, die für einheitliche Unterrichtsgrundlagen
und Turnierrichtlinien sorgen. Dadurch bietet Salsa einerseits alle
Freiheiten, was die Ausarbeitung und Kombination der verschiedenen Techniken
betrifft, bietet andererseits z.B. aber kaum Grundlagen für standardisiert
nationale oder gar internationale Wettkämpfe. Auch darf den Titel
Salsa-Tanzlehrer jeder tragen, der das möchte, denn es gibt weder
eine offiziell anerkannte Ausbildung noch ist irgendeine Form von Leistungsnachweis
dafür notwendig.
Nichtsdestotrotz hat sich die International Dance Organization inzwischen
auch der Salsa angenommen und veranstaltet unter Verwendung der für
alle Tänze gültigen Basis-Turnierrichtlinien Weltmeisterschaften
in den Disziplinen Salsa Paartanz und Salsa Rueda. Die erste Rueda Weltmeisterschaft
wurde 2005 in Bassano del Grappa (Italien) ausgetragen.
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